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Wird in Deutschland nur Mittelmaß gefördert?

22.07.2015, 0 KOMMENTARE

Bei der Verleihung des Lolas, am 19.Juni wurde dem Film „Victoria“, der deutsche Filmpreis in gleich sechs Kategorien verliehen. „Victoria“ zeichnete sich primär durch eine einzigartige Eigenschaft aus. Der Film wurde in nur einer Kameraeinstellung gedreht, folglich ist kein Schnitt vorzufinden. Die Filmlänge von insgesamt 190 Minuten musste sogar nur dreimal gedreht werden, bis das finale Resultat erreicht war.

Die Lolas sind die höchstprämierten Filmpreise Deutschlands, allein der beste Film des Jahres wird mit 500.000 Euro dotiert. Die Gesamtausgaben der Prämierungen belaufen sich auf fast drei Millionen Euro. Die Prämisse hierbei ist, dass dieses Geld von den Produzenten in neue Filmprojekte investiert muss. Es finanzieren sich jedoch fast alle deutschen Filme durch Subventionen. Die staatliche Fördersumme für die deutsche Filmindustrie, beläuft sich alljährlich auf rund 325 Millionen Euro. Großbritannien, Frankreich oder die USA investieren zwar weitaus mehr Geld in ihre hiesigen Filmbranchen, allerdings erzielen diese auch durchaus mehr positive Bilanzen, hinsichtlich künstlerischer und kommerzieller Resultate.

Eine weltweit gängige Methode Filme zu produzieren ist, sie dort zu drehen wo die staatlichen Fördermittel sich am ergiebigsten erweisen. Ein großer Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Produktionen ist, die Abhängigkeit hinsichtlich der Subventionen. Die deutschen Produzenten sind auf Fördermittel angewiesen, wo hingegen amerikanische sie nutzen um die Summe des Risikos möglichst gering zu halten. In Deutschland werden jedoch Filmprojekte seit dem Börsencrash 2008, kaum noch durch Fördergelder der Banken finanziert, folglich ist das Risikokapital schwindend gering. Primär konzentriert sich die deutsche Filmindustrie oftmals auf die Produktion, sodass als Folge das fertige Resultat – der Film, sekundär in den Hintergrund gerückt wird.

Treffend zu diesem Thema formuliert es die Kulturministerin Monika Grütters in einem Interview: „Das ist ein großes Problem. Unsere Förderstruktur ist gut gemeint, führt aber nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen. Die Produzenten müssen ihr Geld manchmal bei vier oder fünf verschiedenen Länderförderern zusammenkratzen. Jeder Geldgeber erwartet dann völlig zu Recht, dass seine Bedingungen erfüllt werden.“ (Der Spiegel 25/2015)

Eine Kinokarte wird folglich durchschnittlich mit über 10 Euro mitfinanziert. Dies wirkt im Vergleich zu einer Eintrittskarte für deutsche Theater, die im Durchschnitt mit 115 Euro finanziert wird, als eine schwindend geringe Fördersumme.

Quelle: Der Spiegel
Bildquelle: blog.inberlin.de/

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